Zahlreiche ICE ausgefallen
Erst streikte der Eurostar, nun der ICE. Nachdem in den vergangenen Tagen der Zugverkehr zwischen Paris und London witterungsbedingt zum Erliegen kam, zeichnen sich nun bei der Deutschen Bahn ähnliche Probleme ab. Reihenweise fallen ICE-Züge aus. Der Grund: Die Züge seien nicht winterfest.
Ausgerechnet um Weihnachten herum kann die Bahn die vielbefahrene Strecke Berlin – München nur eingeschränkt bedienen. Vielen Fahrgästen droht somit gerade um die Feiertage herum Ärger. Auch andere Zugverbindungen seien betroffen, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch in Berlin, jedoch seien es hier deutlich weniger Züge, die betroffen seien. Als Grund nannte die Bahn, dass den Zügen die Temperaturen, sowie Eis und Schnee zu schaffen machten. Die Züge müssten öfter als gewöhnlich gewartet werden – den Zugpassagieren drohen nun Reisen in überfüllten Zügen. Das Wetter habe an den ICE-Zügen eine Vielzahl von Defekten verursacht. Dabei handele es sich aber um keine systematischen Defekte. Jörg Böhnisch, Bahn-Sprecher für die Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen räumte ein, dass die Fahrzeuge der Bahn nicht gebaut seien, um diesen „sibirischen Temperaturen“ standzuhalten. Vielmehr gehe man bei der Konzeption von einem „normalen mitteleuropäischen Winter aus“, so Böhnisch im Mitteldeutschen Rundfunk. Als Problembeispiel nannte er die Leitungen für Wasser und Abwasser. Diese seien am Fahrzeugboden verlegt. Deren Isolierung reiche indes jedoch nicht aus, um Temperaturen unterhalb von 15 bis 20 Grad standzuhalten. Auch habe es Probleme mit Zügen gegeben, weil der Pulverschnee durch Lüftungsgitter in die Fahrzeuge eingedrungen sei und dort Kurzschlüsse verursacht habe. Ähnliches hatte sich bereits Tage zuvor bei den Eurostar-Zügen abgespielt und im Eurotunnel zu Verzögerungen und Zugausfällen geführt. So waren in der Nacht zum Samstag mehrere Eurostar im Tunnel liegengeblieben. Über 2000 Fahrgäste mussten dort stundenlang ausharren. Die Bahn verweist zudem nun auch auf den geringen Fahrzeugbestand, der als Reserve hinzugezogen werden könne. Die Achsen der ICE-T-Züge, die auf der Strecke von Berlin nach München eingesetzt werden, müssten regelmäßig und per Ultraschall untersucht werden. Dementsprechend oft müssten sie in die Werkstatt. Kämen dann, wie derzeit, weitere Störungen hinzu, ließe sich dies nicht mehr ausgleichen. Aus diesem Grund habe sich die Deutsche Bahn entschlossen, jeden zweiten Zug auf der Strecke Berlin – Leipzig – Nürnberg – München ausfallen zu lassen. Zumindest so sollen die Ausfälle planbarer gemacht werden. Fahrgästen, die mehr als eine Stunde verspätet reisen, würde man ein Viertel des Fahrpreises erstatten.